Julien Cuny – 51 Jahre
15 rue d’Alsace – 88100 Saint-Dié-des-Vosges
Frankreich +33 620431212
juliencuny.com / juliencuny@orange.fr
1992 Wissenschaftliches Abitur 1992–95 Naturwissenschaftliche Fakultät
1995-2000 École des Beaux-Arts Epinal DNSEP
2000-2018 Selbstständiger Grafikdesigner 2018 Malerei/Skulptur
Ausstellungen : 2021 Musée de Saint-Dié-des-Vosges 
2025 Galerie François Ben Keroum Nancy    
2026 Galerie Hôte Brüssel

Der Strich als Ausdruck

Am Anfang steht die Intention, dann kommt die Geste, schließlich die Form. Es ist ein spontaner, physischer und spiritueller Akt.

Der Strich ist der Ursprung meiner Arbeit.

Er geht der Form voraus, er geht dem Sinn voraus.

Ich versuche nicht, einen Körper darzustellen, sondern die Kräfte sichtbar zu machen, die ihn durchdringen.

Die Geste ist kein Mittel der Konstruktion, sie ist ein Akt der Einschreibung: eine physische, mentale und sinnliche Spur, die in der Materie hinterlassen wird.

Meine Gemälde befinden sich in einem Spannungszustand: zwischen Entstehen und Vergehen, zwischen Kontrolle und Verlust, zwischen Struktur und Auflösung.

Die Instabilität ist hier keine Unvollendetheit, sie ermöglicht es der Malerei, offen, durchströmt und lebendig zu bleiben.

Ich will kein formales Gleichgewicht, sondern eine Richtigkeits der Intention, selbst wenn die Figur wankt.

Ein geisterhaftes Gemälde

Das Spektrale bezeichnet eine Figur, die keine Präsenz mehr ist, sondern ein Weiterleben.

Der Körper erscheint darin wie vom Strich durchquert, aufgelöst, fragmentiert und ist eher zu einer energetischen Schrift als zu einer formalen Struktur geworden.

Die Malerei stellt kein Wesen dar, sie zeichnet dessen Spur auf, wie eine Radiographie der Seele.

Der Sinn ist nicht vorgegeben: Er kommt nach der Form, wie ein Rest, ein Echo, eine Remanenz.

Der Strich baut die Form nicht auf: er bewahrt ihre Spur.

Ich male keine Figuren, ich male die Spur ihres Verschwindens.

Die Gestalt entsteht, strukturiert, stark.

Die Malerei wirkt als Balsam, vereinigt, transformiert.

Der Tanz befreit sich im Raum

Die Figur hört auf, Subjekt zu sein.

Sie wird zu Feld, Vibration, erweiterter Präsenz, Transzendenz.

Ich male nicht gegen die Figur.

Ich male über sie hinaus.